Großübung bei der Firma TWE: Menschenrettung, Brandbekämpfung und umfangreiche Wasserförderung

Am Freitag, den 2. Oktober 2026, führte die Freiwillige Feuerwehr Stadt Gefrees gemeinsam mit den Ortsfeuerwehren Falls, Kornbach, Witzleshofen, Wundenbach/Zettlitz, Metzlersreuth, Stein mit Löschgruppe Lützenreuth und Streitau sowie dem BRK Gefrees eine großangelegte Einsatzübung auf dem Betriebsgelände der Firma TWE GmbH (Trade Wind Energy) in Böseneck durch. Insgesamt waren an diesem Abend 105 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren sowie acht Helfer des BRK Gefrees beteiligt.

Übungsszenario: Maschinenbrand mit Menschenrettung

Gegen 16:30 Uhr ging die Meldung über einen Maschinenbrand im Produktionsbereich der TWE GmbH ein. Das Feuer griff rasch auf die angrenzende Produktions- und Lagerhalle über. Da nach der Evakuierung und Vollzähligkeitskontrolle an der Sammelstelle noch mehrere Mitarbeiter vermisst wurden, stand die Menschenrettung in der verrauchten Halle sofort im Fokus der Einsatzmaßnahmen.

Erschwerend kam hinzu, dass sich im Lagerbereich mehrere Gasflaschen befanden, deren genaue Position zunächst unklar war. Um realistische Bedingungen zu schaffen, wurden Teile des Gebäudes für die Übung eingenebelt – dies bot den eingesetzten Atemschutztrupps die gleichen erschwerten Sichtverhältnisse wie bei einem echten Brandeinsatz.

Bereits kurz nach der Alarmierung trafen die ersten Kräfte am Einsatzort ein. Unter der Führung des federführenden 1. Kommandanten Daniel Hofmann wurde die Einsatzstelle in zwei Abschnitte gegliedert:

Einsatzabschnitt 1: Menschenrettung und Brandbekämpfung (Abschnittsleiter: Kai Feulner)

Einsatzabschnitt 2: Wasserförderung (Abschnittsleiter: Andreas Kretzer)

Menschenrettung unter Atemschutz

Mehrere Atemschutztrupps der Feuerwehren Streitau, Stein und Gefrees drangen in das Gebäude vor. Zur Sicherheit der eingesetzten Kräfte wurde eine zentrale Atemschutzüberwachung eingerichtet. Insgesamt konnten zwei verletzte Personen lokalisiert und gerettet werden.

Eine besondere Herausforderung stellte ein simulierter Atemschutznotfall dar: Das Verunglücken eines im Gebäude eingesetzten Geräteträgers erforderte das sofortige Eingreifen des bereitstehenden Sicherungstrupps. Diese wichtige Übungseinlage trainierte das schnelle und koordinierte Vorgehen im Notfall. Im Anschluss wurden die angenommenen Gasflaschen von den Trupps gesichert ins Freie gebracht und die Brandbekämpfung im Innenangriff eingeleitet.

Umfangreiche Wasserförderung

Parallel zur Menschenrettung wurde eine umfangreiche Löschwasserversorgung mit insgesamt vier B-Leitungen aufgebaut. Hierfür nutzten die Einsatzkräfte verschiedene Wasserentnahmestellen: einen Oberflurhydranten an der Firmeneinfahrt, einen Unterflurhydranten im Bereich eines Radweges, einen tieferliegenden Weiher sowie die Ölschnitz.

Insgesamt wurden dabei rund 1.000 Meter B-Leitung zur sicheren Löschwasserversorgung verlegt. Hierbei zeigte sich einmal mehr die enorme Wichtigkeit unserer Ortswehren: Mit ihren Tragkraftspritzenanhängern (TSA) und dem dort verlasteten Schlauchmaterial mit Pumpe sind sie für die schnelle und erfolgreiche Bewältigung derart langer Schlauchstrecken absolut unverzichtbar.

Die langen Förderstrecken und insbesondere das sichere Verlegen der Schlauchleitungen entlang der Verkehrsflächen erforderten ein koordiniertes Vorgehen. Nachdem die Wasserversorgung gesichert war, konnte die Brandbekämpfung massiv ausgedehnt werden. Dabei kamen neben mehreren C-Rohren auch die Drehleiter und ein Wasserwerfer zum Einsatz, um das Feuer realitätsnah von außen zu bekämpfen. Auch die Jugendfeuerwehr war aktiv in das Geschehen eingebunden und unterstützte tatkräftig bei der Wasserförderung und Brandbekämpfung.

Zusammenarbeit mit dem BRK Gefrees

Das BRK Gefrees bildete einen eigenen Einsatzabschnitt und übernahm die medizinische Versorgung sowie die Betreuung der geretteten Personen. Die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst konnte so optimal unter realen Bedingungen geprobt werden.

Übungsbeobachtung, Nachbesprechung und Dank

Die Großübung wurde von Kreisbrandmeister (KBM) Christian Heidenreich und Kreisbrandinspektor (KBI) Jürgen Wunderlich aufmerksam verfolgt, die sich von der Leistungsfähigkeit der beteiligten Kräfte überzeugten. Auch der 1. Bürgermeister der Stadt Gefrees, Oliver Dietel, sowie weitere Stadtratsmitglieder waren vor Ort, um das Einsatzgeschehen zu beobachten. Besonders gefreut hat es uns zudem, dass viele Familien mit ihren Kindern den Weg zu uns gefunden haben, um das spannende Übungsgeschehen als Zuschauer hautnah mitzuverfolgen.

In der anschließenden Nachbesprechung wurden die gewonnenen Erkenntnisse direkt ausgewertet und Optimierungspotenziale für künftige Einsätze besprochen. Dabei hatte Bürgermeister Oliver Dietel noch eine sehr erfreuliche Nachricht im Gepäck: Er sicherte die Beschaffung sogenannter Flachsauger für alle Wehren im Stadtgebiet zu. Mit diesen speziellen Saugkörben ist eine zuverlässige Wasserentnahme aus fließenden, offenen Gewässern auch bei sehr niedrigen Wasserständen möglich – ein wichtiges Ausrüstungsdetail, da solche Niedrigstände künftig leider immer häufiger vorkommen werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Stadt Gefrees bedankt sich herzlich bei KBM Christian Heidenreich und KBI Jürgen Wunderlich für die fachliche Begleitung der Übung.

Ein besonderer Dank gilt der Firma TWE GmbH, die nicht nur ihr Betriebsgelände als Übungsobjekt zur Verfügung stellte, sondern sich im Anschluss auch hervorragend um das leibliche Wohl aller Einsatzkräfte kümmerte und uns bestens mit Essen und Getränken versorgte.

Die Übung hat einmal mehr gezeigt, wie essenziell das reibungslose Zusammenspiel der verschiedenen Feuerwehren sowie mit dem BRK ist. Durch regelmäßige, gemeinsame Trainings werden Abläufe gefestigt, die Kommunikation optimiert und die Einsatzbereitschaft für den Ernstfall maßgeblich gestärkt.